Explodierende Kosten im Tierheim

Die rasant steigenden Energiekosten bereiten dem Tierschutzverein für Berlin e.V. (TVB) mit seinem Tierheim große Sorgen. Daher fordert der TVB von der Berliner Politik im Zuge des Nachtragshaushalts eine unbürokratische Energiepauschale.

„Trotz Wärmepumpe, PV auf dem ganzen Dach und einem effizienten Blockheizkraftwerk sind allein unsere Gaskosten um 150 % gestiegen“, sagt Eva Rönspieß, Vorstandsvorsitzende des TVB. „Wo es möglich ist, reduzieren wir die Temperatur. Aber gerade im Exotenbereich sind 25-28 °C für die Tiere überlebenswichtig. Hunde mit wenig Unterfell bekommen im Winter generell einen Mantel im Tierheim angezogen.“

Im Exotenbereich wird eine erneute Abgabewelle erwartet, weil UV-Lampen für die Tiere einen enorm hohen Energiebedarf haben. „Die Abgabe von Tieren verschiebt dann leider die Kostenexplosion vom Privathalter auf unseren gemeinnützigen Verein. Da muss das Land Berlin Verantwortung übernehmen.“

Der Tierschutzverein richtet sich deshalb mit der dringenden Forderung nach einer Energiepauschale an die Berliner Landesregierung. „Das Tierheim Berlin erfüllt die kommunale Pflichtaufgabe zur Betreuung von Tieren des Landes Berlin und ist ein Zuhause für in Not geratene Tiere, die hier versorgt und medizinisch behandelt werden“, erklärt Eva Rönspieß. „Wir brauchen jetzt dringend finanzielle Unterstützung, um diese Aufgabe auch weiterhin erfüllen zu können“.

Zum Hintergrund: Die rot-grün-rote Koalition in Berlin will den geplanten Nachtragshaushalt zur Finanzierung ihres bis zu 1,5 Milliarden Euro schweren Energie-Entlastungspakets bis Mitte November beschließen. Der Etatentwurf soll am 1. November zunächst im Senat und anschließend vor dem 16. November im Abgeordnetenhaus verabschiedet werden.