Die Nachfrage nach Hundewelpen ist seit Beginn der Corona-Pandemie Mitte März in Berlin und vielen anderen Regionen Deutschlands deutlich angestiegen. Tierschützer sind deshalb in Alarmbereitschaft, denn die hohe Nachfrage befeuert den tierquälerischen illegalen Welpenhandel. Tierschutzvereine und Hundezüchter können sich derzeit vor Anfragen kaum retten; lange nicht jeder, der einen Welpen haben möchte, kann auch über seriöse Tierschutzvereine oder gute Züchter einen bekommen. Auf Anzeigenportalen wie Ebay-Kleinanzeigen mehren sich daher die Gesuche nach jungen Hunden. Das wissen illegale Händler geschickt für sich auszunutzen. Unter Vortäuschung falscher Tatsachen geraten somit viele gutgläubige Hundefreunde an Betrüger.  Um das zu verhindern und über Aufklärung zu helfen, durchsuchen die Tierschutzberater des TVB nun regelmäßig die einschlägigen Anzeigenportale und senden ein Informationsschreiben  zum Thema Welpenhandel an die Suchenden.

Der Tierschutzverein für Berlin appelliert an alle Menschen, die sich einen Hund anschaffen möchten: Bitte schauen Sie ganz genau hin. „Tiere sind Lebewesen mit Gefühlen und Bedürfnissen“, sagt Annette Rost, Sprecherin des TVB. „Unterstützen Sie nicht die Machenschaften der illegalen Händler, sondern wenden Sie sich unbedingt an einen guten Tierschutzverein oder einen seriösen Züchter – auch wenn es auf diese Weise vielleicht länger dauert, bis Sie einen Hund bekommen.“

Gerade Berlin ist seit Jahren ein florierender Umschlagplatz für die osteuropäische Welpenmafia. Die betroffenen Hunde stammen nicht von seriösen Züchtern, sondern aus Vermehrer-Tierfabriken in Osteuropa. Zuchttiere verbringen ihr Leben unter abscheulichen Bedingungen: auf engstem Raum eingepfercht, schlecht versorgt und im eigenen Unrat dahinvegetierend. Die Jungen, die für den Handel bestimmt sind, werden viel zu früh von ihren Müttern getrennt, sind in der Regel kränklich und schwach. „Illegale Hundehändler schrecken auch nicht davor zurück, kranken Welpen vor der Übergabe an die neuen Besitzer Aufputschmittel wie beispielsweise Adrenalin zu spritzen“, erklärt Annette Rost. „Wenn dann die Wirkung nachlässt und das eben noch so muntere Tierchen auf einmal teilnahmslos wird und Krankheitsanzeichen zeigt, sind die Betrüger längst mit dem Geld der Kunden verschwunden.“

Bitte beachten Sie auch unsere detaillierten Hinweise zum Erwerb von Welpen unter www.tierschutz-berlin.de/welpenhandel