Zum Sterben zurückgelassen
Mit der Enthüllung der ersten Tiersilhouette am Eingang zum Görlitzer Park hat der Tierschutzverein für Berlin seine Kampagne „Zum Sterben zurückgelassen“ gestartet. Ziel der Kampagne ist es, die Berlinerinnen und Berliner dafür zu sensibilisieren, dass jedes Tierleben zählt und dass das Aussetzen von Tieren herzlos und falsch ist. Jede der 186 Tiersilhouetten im Berliner Stadtbild steht symbolisch für ein Tierschicksal. So zum Beispiel für den Hund, der an einen Baum gebunden zurückgelassen wurde, für die Katzenbabys, die einfach in den Müll geworfen wurden oder für die Schlangen, die zum Sterben in den kalten Schnee gelegt wurden.
„Jedes Jahr werden in Berlin über 2000 Tiere auf der Straße gefunden. So auch die 13-jährige Hündin Görli im Görlitzer Park. Sie wurde aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustandes einfach ihrem Schicksal überlassen und musste kurze Zeit später eingeschläfert werden“, berichtet Eva Rönspieß, Vorstandsvorsitzende des Tierschutzvereins für Berlin. Unsauberkeit, finanzielle Probleme oder schlicht der Unwille, Geld für eine Behandlung auszugeben, seien die häufigsten Gründe für das Aussetzen von Tieren. Ein Beispiel von vielen: Die erst 8 Wochen alte, völlig mit Kot verschmierte Perser-Mix-Katze, die mit einem schweren Gendefekt ausgesetzt worden war. Im Tierheim Berlin wurde das Katzenbaby sofort operiert und erholt sich nun auf der Krankenstation.
Die Silhouetten werden in den nächsten sechs Monaten an verschiedenen Orten in Berlin aufgestellt. Ein QR-Code auf den Figuren führt direkt zur Kampagnenseite, auf der es nicht nur weitere Informationen zum Thema gibt, sondern Tierhalterinnen und Tierhalter auch Hilfsangebote finden, wenn sie Probleme haben oder überfordert sind.
„Jedes ausgesetzte Tier ist eines zu viel“, betont Eva Rönspieß. „Mit dieser Kampagne wollen wir aufklären, wachrütteln und konkrete Lösungen aufzeigen. Unser Ziel ist es, dass in Zukunft kein Tier mehr einfach sich selbst überlassen wird.“