Am Morgen des 9. Juni machte eine Mitarbeiterin einer Tierbedarfshandlung in Lichterfelde eine schockierende Entdeckung: 20 Katzen in Transportboxen, ausgesetzt vor dem Laden-Eingang. Darunter zwei Muttertiere mitsamt ihren Jungen, die zum Teil erst um die acht Wochen alt sind. Die Tiere wirkten lethargisch, verwahrlost und krank. Nur in einer der Katzenboxen stand ein Wassernapf, die restlichen Tiere hatten keinerlei Zugang zu Wasser. Die Transportkisten waren so dicht besetzt, dass die Katzen zum Teil übereinander liegen mussten.

Die Katzen wurden ins Tierheim Berlin gebracht und dort sofort tiermedizinisch untersucht und behandelt. Ein Jungtier musste eingeschläfert werden – es litt an der gefürchteten Felinen Infektiösen Peritonitis, kurz FIP genannt. „Die Krankheit FIP wird durch ein mutiertes Corona-Virus ausgelöst und verläuft praktisch immer tödlich“, erklärt Tierärztin Stefanie Engert vom Tierschutzverein für Berlin.

Viele der Fundkatzen sind unterernährt und in schlechtem Allgemeinzustand. Sie leiden unter Katzenschnupfen und zum Großteil unter Hautpilz und herpesinduzierten Augenentzündungen. Einem winzigen cremefarbenen Katzenkind musste Stefanie Engert in einer Not-Operation ein Auge entfernen. „Das Auge war durch die Herpesviren dermaßen geschädigt, dass nichts mehr zu retten war“, sagt die Tierärztin, „uns blieb nur die Operation.“
Mittlerweile geht es der kleinen einäugigen Anastasia und ihren Leidensgenossen etwas besser. Sie werden liebevoll auf der Katzenkrankenstation des Tierheims aufgepäppelt und individuell betreut. Mindestens bis Mitte/Ende Juli müssen sie noch dort bleiben. Wenn sie wieder gesund sind, werden sie geimpft, kastriert und später zur Vermittlung an sachkundige Katzenfreunde freigegeben.

Hinweis: Bitte rufen Sie noch NICHT wegen der Vermittlung dieser Tiere an. Sie sind noch in Behandlung, teilweise ernsthaft erkrankt – eine Vermittlung kann frühestens ab Mitte/Ende Juli erfolgen. Vielen Dank.