Ohne Feuerwerk und Knaller geht der Jahreswechsel auch. Verkaufsverbote von Pyrotechnik und Böllerverbotszonen nicht nur in Zeiten von Corona wären wichtig. Aus Tierschutzsicht ist Silvester trotz aller Bemühungen der Politik immer noch die schlimmste Nacht des Jahres für Tiere. Deshalb begrüßt der Tierschutzverein für Berlin (TVB) ausdrücklich die Plakatkampagne #Berlinböllerfrei der Berliner Landestierschutzbeauftragten Dr. Kathrin Herrmann und ruft gemeinsam zum freiwilligen Böllerverzicht auf.

„Für Haus- und gerade Wildtiere ist Silvester eine Schreckensnacht“, sagt die TVB-Vorstandsvorsitzende Eva Rönspieß. „Wildtiere werden durch den Krach und die Lichtblitze ständig aufgescheucht und kommen nicht zur Ruhe. Die Gefahr von Wildunfällen ist in der Silvesternacht gerade in Stadtrandbezirken größer, weil Tiere kopflos auf die Straße rennen. Stadtvögel verlieren schnell die Orientierung und flattern bis zur Erschöpfung ziellos herum oder fliegen gegen Hindernisse, teils mit tödlichen Folgen.“

Haustiere haben empfindliche Ohren und leiden unter dem Krach und den Lichtblitzen am Nachthimmel. Mit Hunden sollte man deshalb die Gassigänge vor oder nach der größten Feuerwerk-Aktivität erledigen. Beim Spaziergang müssen auch sonst zuverlässig freilaufende Hunde um Silvester herum unbedingt mit Leine und einem gut sitzenden Geschirr gesichert sein, aus dem sie sich unter keinen Umständen herauswinden können.

Zu Hause sollten Tierhalter*innen ihre Lieblinge möglichst gut gegen den Lärm abschotten und ihnen einen Rückzugsort bieten. Meist genügt es schon, wenn eine vertraute Bezugsperson bei den Tieren bleibt und ihnen durch einen bewusst ruhigen und entspannten Umgang Sicherheit vermittelt. „Freigänger-Katzen lässt man an Silvester besser gar nicht nach draußen“, rät Eva Rönspieß. „Vögeln und Kleintieren kann man schon helfen, indem man ihre Behausungen möglichst weit von den Fenstern entfernt und zusätzlich mit einem Tuch abdeckt.“