Kreistag sieht dringenden Handlungsbedarf

Die gestrige Sitzung des Kreistags in Seelow/Märkisch-Oderland hatte es tierisch in sich. Schon zu Beginn in der Einwohnerfragestunde wurde deutlich, dass die durch Tierschützer vorgetragenen Tierschutzmissstände im Tierheim Wesendahl den Landrat sowie seinen Stellvertreter in große Erklärungsnot brachten, rote Köpfe und Stotterantworten inklusive. Ein Dringlichkeitsantrag der Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen und ProZukunft hatte den Stein ins Rollen gebracht. Einstimmig und fraktionsübergreifend beschlossen die Kreistagsabgeordneten, dass ein ausführlicher Bericht zu folgenden Sachverhalten vorgelegt werden muss:

  • ordnungsgemäße Führung des Bestandsbuchs
  • Nachweis der vertraglichen tiermedizinischen Versorgung
  • Schlüssel von verantwortlichen Tierpflegern und vorhandenen Räumlichkeiten im Verhältnis zur Anzahl der untergebrachten Tiere
  • Umsetzung der Quarantäne der Fundtiere

Ferner werden die Betreiber des Tierheims aufgefordert ihre Finanzen offenzulegen.

Eva Rönspieß, Vorsitzende des Tierschutzvereins für Berlin, freut sich über diese Entwicklung: „Endlich wird sich des Tierleids und der Missstände im Horrortierheim Wesendahl auch politisch angenommen. Es ist allerhöchste Zeit, sich die Machenschaften im Tierheim sowie im Veterinäramt genau anzuschauen, um Tierleben zu retten. Nicht ohne Grund haben wir längst die Fachaufsicht in Potsdam über unsere Kenntnisse informiert. Ich erwarte nun ebenfalls mehr Einsatz der zuständigen Landespolitiker*innen, um zukünftig systematische Tierquälerei zu verhindern.“

Zum Hintergrund s. vorherige Meldung „Tierheim Wesendahl – ein Schreckensort für Tiere“