Der Tierschutzverein für Berlin (TVB) appelliert an alle Mitbürger*innen, die Ostertage ohne Tierleid zu feiern. Alte Traditionen sind oft mit Tierquälerei verbunden – zum Beispiel Osterfeuer, fertig gefärbte Ostereier aus dem Supermarkt oder Lamm- und Kaninchenbraten.

Zur Begrüßung des Frühlings werden zu Ostern vielerorts große Feuer entzündet. Was die Menschen erfreut, bedeutet für Tausende kleine Wildtiere einen grausamen Tod. Denn die Holz- und Reisigstapel für die Osterfeuer liegen oft schon Wochen vor dem Abbrennen bereit. Igel, Mäuse, Kröten und Vögel finden hier Unterschlupf oder Brutstätte. Werden die Osterfeuer entzündet, ist es für eine Flucht zu spät – aus Angst verharren die Tiere starr in ihrem Versteck und werden so unbeabsichtigt Opfer der Flammen.

„Am besten wäre es tatsächlich, auf die Osterfeuer-Tradition zu verzichten“, rät Claudia Hämmerling, 2. Vorsitzende des TVB. „Wer nicht auf ein Osterfeuer verzichten mag, dem empfehlen wir dringend, das Holz erst kurz vorher aufzustapeln.  Außerdem muss man unbedingt direkt vor dem Anzünden nochmals umschichten, damit eventuell sich versteckende Tieren eine Fluchtmöglichkeit haben.“

Bunte Eier gehören natürlich zu Ostern dazu. Man sollte jedoch keinesfalls zu den vorgefärbten Eiern aus dem Supermarkt greifen. Diese sind nämlich von der Kennzeichnungspflicht befreit und stammen in aller Regel aus quälerischer Massentier-Käfighaltung.

Beliebt sind zu Ostern auch Braten vom Lamm und Kaninchen. Leider müssen die meisten Schlachtkaninchen ihr Leben unter schrecklichen Bedingungen fristen: in viel zu kleinen Käfigen mit perforierten Bodenflächen, ohne Beschäftigungsmöglichkeiten. Lämmer werden ihren Müttern nach einigen Wochen weggenommen, um sie – meist in Intensivhaltung – innerhalb weniger Monate auf Schlachtgewicht zu mästen. Von artgerechter, schonender Aufzucht keine Spur.

Eine moderne Unsitte ist die Zurschaustellung von Tieren als lebende Osterdekoration in manchen Einkaufszentren. Da gibt es dann österlich geschmückte kleine Gehege mit Hühnerküken und Kaninchen in den Shopping-Passagen. Hohe Geräuschpegel, stete Unruhe, viele Menschen vor den Gehegen, durch die Zäune greifende Kinder und gleißendes Licht sind purer Stress für jedes Tier – umso mehr, wenn es sich dabei um Fluchttiere wie Hühner oder Kaninchen handelt. Der TVB appelliert an alle Initiatoren solcher „Dekostationen“, sie nicht mit lebenden Tieren auszustatten.