Am 15. Mai wurden in einem Autoverwertungsbetrieb in Tempelhof drei winzige Katzenwelpen aus einem alten Auto gerettet, das gerade für die Schrottpresse vorbereitet wurde. Die Kätzchen wurden ins Tierheim Berlin gebracht.

Ein Mitarbeiter des Autoverwertungsbetriebs entdeckte die Katzenbabys gerade noch rechtzeitig hinter dem Fahrersitz des alten Autos, bevor es verschrottet werden sollte. Drei Katzenkinder wirkten munter, ein viertes lag tot daneben. Die Schrottpresse wurde angehalten, die kleinen Findlinge in Sicherheit gebracht und die Polizei verständigt.

Die Polizisten brachten die Katzenkinder zunächst zu einer Tierarztpraxis, wo sie eine Erstuntersuchung erhielten. Von dort ging es dann ins Tierheim Berlin. Die drei haben ihr lebensgefährliches Abenteuer gut überstanden. Eines der Kätzchen hatte zwar eine leichte Augenentzündung, doch sie ist durch die Gabe von antibiotischer Augensalbe bereits abgeheilt. Die Kleinen werden nun unter der Obhut einer Tierärztin des Berliner Tierheims aufgezogen.

„Wildlebende Katzen suchen sich meist perfekte Verstecke, um ihre Jungen zur Welt zu bringen. In unserer Welt kann das leider auch mal ein schrottreifes Auto sein“, bedauert Annette Rost, Sprecherin des Tierschutzvereins für Berlin (TVB). „Dieser Fall ist ein gutes Beispiel dafür, wie dringend wir eine Katzenschutzverordnung in Berlin brauchen. Eine Kastrationspflicht für Freigängerkatzen wäre ein wichtiger erster Schritt, um zu verhindern, dass sich laufend zahme Katzen mit wildlebenden Straßenkatzen paaren und dadurch die Populationszahlen unnötig steigen.“ Geschätzt leben in Berlin über 10.000 freilebende Katzen.