Der Landestierschutzverband Brandenburg und der Tierschutzverein für Berlin kritisieren das Ministerium für das schwache Handeln. Seitenlange Berichte der Fachaufsicht und des Landestierschutzbeauftragten hatten die eklatanten Missstände im Tierheim Wesendahl bestätigt. Dazu zählt, dass es den Betreibern an Sachkenntnis zur artgerechten Haltung von Tieren fehlt und der Gesundheitszustand vieler Tiere schockierend ist und diese nur noch durch Euthanasie von ihrem Leid erlöst werden können.

Nachdem Ministerin Ursula Nonnemacher sich zu Beginn für die Schließung ausgesprochen hatte, um Tierleid auch zukünftig zu verhindern, versteckt sie sich nun hinter Verwaltungshandeln und duckt sich weg. Der angedachte Tierheim-Betreiberwechsel innerhalb der Familie von Mutter auf Tochter, die ebenfalls durch ihre Mitarbeit für die katastrophalen Zustände im Tierheim verantwortlich ist, ist unsinnig.

Zur Entscheidung des Ministerium sagt Eva Rönspieß, Vorsitzende des Tierschutzvereins für Berlin: „Die gestrige Sitzung im Kreistag Seelow hat gezeigt, wozu das schwache Handeln von Ministerin Nonnemacher führt. Landrat Schmidt stellt sich grinsend hin und verkündet, dass im Tierheim alles also nur halb so schlimm ist und dass das Ministerium den Landkreis-Vorgaben folgt. Das ist absolut lächerlich! Das Versagen der Tierheimbetreiber sowie die Untätigkeit des zuständigen Veterinäramts im Landkreis Märkisch-Oderland müssen echte Konsequenzen haben. Bei Nichteinhaltung der nun vorgelegten Auflagen muss die sofortige Schließung des Tierheims angeordnet und umgesetzt werden. Weitere Papiertiger und Fristverlängerungen enden sonst tödlich für die armen Tiere im Horrortierheim Wesendahl.“