Wie immer um die Weihnachtszeit stellt das Tierheim Berlin die Vermittlung seiner Tiere zum Jahresende vorübergehend ein. Zwischen dem 21. Dezember und 1. Januar kann man kein Tier adoptieren, ab dem 2. Januar geht die Vermittlung wie gewohnt mit persönlichen Terminen weiter. Damit setzt das Tierheim ein symbolisches Zeichen gegen die leider immer noch weit verbreitete Unsitte, Tiere als lebende Überraschungen unter den Weihnachtsbaum zu setzen.

„In diesem Jahr kommt dem Vermittlungsstopp wegen der Corona-Krise eine besondere Bedeutung zu“, erklärt Annette Rost, Sprecherin des Tierschutzvereins für Berlin.

Denn: Die Nachfrage nach Haustieren ist 2020 enorm gestiegen. Haustiere machen Spaß, helfen gegen die Einsamkeit während Lockdown und Quarantäne – und wer einen Hund besitzt, hat immer einen guten Grund, nach draußen zu gehen. Kurz, eine tolle Abwechslung von Home Office und Online-Schulstunden. „Trotzdem darf man nicht vergessen, dass Tiere Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen sind. Ihre Anschaffung muss wohlüberlegt erfolgen, denn ein Tier kann man nicht in die Ecke stellen und vergessen wie ein ungeliebtes Spielzeug“, so Anette Rost. Deshalb sind Tiere als Überraschungsgeschenke völlig ungeeignet. In die Anschaffung eines oder mehrerer Haustiere muss immer die ganze Familie mit einbezogen werden. Fühlt sich jemand übergangen und hat eigentlich gar keine Lust auf Haustiere, führt ein tierisches Überraschungsgeschenk schnell zu unlösbaren Konflikten. „Die Tiere ziehen in solchen Fällen immer den Kürzeren“, warnt Rost. „Sie werden entweder über Anzeigenportale im Internet weiter verscherbelt, landen im Tierheim oder werden gar ausgesetzt.“

Statt ein lebendes Tier zu Weihnachten zu verschenken, kann man die besinnliche Zeit nutzen, um im Familienkreis in Ruhe über alle Aspekte der Haustierhaltung zu sprechen und sich rundum zu informieren. Wenn die Voraussetzungen stimmen und alle Mitglieder des Haushalts einverstanden sind, steht einem eigenen Tier im neuen Jahr nichts mehr im Wege. Und wenn Sie sich für ein Tier aus dem Tierschutz entscheiden, können Sie sogar noch etwas Gutes tun.