Hat Berlins Katzenquäler wieder zugeschlagen?

Wieder beschäftigt eine schockierende Tierquälerei das Tierheim Berlin – und die Ähnlichkeit zum Fall im Juli könnte größer nicht sein. Am ersten Advent wurden drei junge Maine Coon-Kater in einem Karton ausgesetzt, wieder in Nord-Berlin und wieder ist der Zustand der Tiere erschreckend. Die Kater selbst sind optisch ein Ebenbild der Tiere aus dem vorherigen Fall.

Entdeckt wurden die drei am 29. November morgens in einem kleinen zugeklebten Karton auf dem Parkplatz des Hundeauslaufs Arkenberge – bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt. Ein Berliner, der mit seinen Hunden Gassi ging, entdeckte den Karton zwischen Bänken. Zwei kleine Luftlöcher mussten den armen Tieren ausreichen; keiner weiß, wie lange sie dort schon gestanden haben. Laut Finder waren die Kater halb erfroren.

„Wir sind schockiert und gleichzeitig sehr besorgt wegen der Ähnlichkeit dieser Fälle“, sagt Annette Rost, Pressesprecherin des Tierschutzvereins für Berlin (TVB), der das Tierheim Berlin betreibt. „Schon bei den ersten drei Katern hatten wir die Befürchtung, dass es vielleicht noch mehr Tiere dort gibt, wo sie herkamen. Jetzt haben wir vermutlich die Bestätigung.“

Denn die jüngst ausgesetzten Kater sehen aus wie exakte Abbilder der Tiere aus dem Sommer: Wieder sind es männliche Langhaarkatzen derselben Rasse, wieder sind es ein roter und zwei braungetigerte, einer davon ein sehr junger schmächtiger Kater mit Durchfall. Alle haben Augenentzündungen, einer kahle Stellen um die Augen (Dermatosen). Die Tierpfleger*innen berichten vom selben Geruch, der die drei umgibt. Es ist, als hätte man dieselben Tiere nochmal ausgesetzt – doch die Kater aus dem Fall vom Sommer sind glücklich vermittelt.

„Tiere auszusetzen ist schon schlimm genug“, klagt Annette Rost, „aber bei Temperaturen unter null in einem Karton auf einem abgelegenen Platz – ich bin sprachlos und wütend. Es war großes Glück, dass sie überhaupt gefunden wurden.“ Sie appelliert: „Wer auch immer dahinter steckt: Wenn Sie noch mehr Katzen haben, bitte übergeben Sie diese verantwortungsvoll notfalls an uns, statt sie in der Kälte nach und nach auszusetzen!“

Die Behandlung der ausgesetzten Kater wird wieder viele Wochen in Anspruch nehmen, ist aufwendig und kräftezehrend. Das Tierheim Berlin freut sich über Spenden, die bei der Versorgung helfen, gern über diesen Link:
www.notfall-tierheimberlin.betterplace.org

Erneut fragt der Tierschutzverein für Berlin: Wer erkennt die Kater auf den Bildern? Wer hat vielleicht Nachbarn oder Bekannte, bei denen Verdacht auf schlechte Katzenhaltung besteht? Wer hat am 28. oder 29. November beobachtet, wie der Karton auf dem Parkplatz am Hundeauslauf Arkenberge abgestellt wurde? Sachdienliche Hinweise bitte per Email an tierschutzberater@tierschutz-berlin.de oder telefonisch unter 030 76888-135 (bitte ggf. eine kurze Nachricht und Rückrufnummer auf dem Anrufbeantworter hinterlassen). Wir danken für jede Hilfe!